Living in a New Energy Era

Leben in einem neuen Energiezeitalter


13 October 2006
Ein Aufruf an alle Kirchen und an alle Christen in Europa

ECEN hat bei dem Treffen in Flämslätt im September 2006 das Thema Energie diskutiert. Schon auf der Konferenz in Minsk im Jahre 2001 untersuchte man dieses Thema und bat die Kirchen, "sich zu verpflichten, Energiesysteme zu fördern, die eindeutig und ganz bewusst zum einen Energie sparen und zum anderen auf erneuerbare Energiegewinnung setzen wollen".

Energieproduktion und -verbrauch stehen heute im Zeichen immenser Herausforderungen:

Dies alles sind die negativen Begleiterscheinungen der Konsumgesellschaften, denen es nur darum geht, die Ressourcen der Erde auszubeuten, anstatt sich ihren Segnungen in christlicher Nächstenliebe zu erfreuen. Angesichts der christlichen Botschaft und der Sorge um Gerechtigkeit fordern wir alle Kirchen auf, die ja einen hohen Energieverbrauch haben, zu handeln. Energie bedeutet ja nicht nur Energie im physikalischen Sinne, sondern meint auch spirituelle Energie und Lebensenergie. In Gottes frei machender Güte ist unser Gott wie der Dornbusch, der im Feuer brennt, aber nicht verzehrt wird (Ex. 3). Mit Jesus teilt uns Gott die heilende und umwandelnde Kraft der Liebe mit (Jn. 15.9). Liebe ist Glaubensenergie (Gal. 5.6), Gottes unendliches Geschenk an den Menschen in einer endlichen Welt. Dies ist ein Leitsatz christlicher Verantwortung in Fragen des Energiebedarfs, des Energieverbrauchs und der Energiepolitik.

Genügsamkeit

Der Atmosphäre, dem Wasser und dem Boden des Planeten Erde, auf dem Gott uns erschaffen hat, sind Grenzen gesetzt, aber unser Energiebedarf überschreitet sie bei weitem. Wir müssen lernen, innerhalb dieser Grenzen der Tragfähigkeit der Erde zu leben und ein christliches Zeugnis ablegen durch eine Änderung unseres Lebensstils. Die Biodiversität des Lebens jedoch, seine Vielfalt und Schönheit, die Möglichkeiten wissenschaftlicher Entdeckungen und künstlerischer Kreativität, die Wege, auf denen uns die Natur näher zu Gott heranführen kann, dies alles hat keine Grenzen.

Fördern Sie einen Prozess, der darüber bewusst macht, dass es weniger an Geschwindigkeit und Konsum bedarf, sondern eher einem Streben nach dem wahren Reichtum der Erde.

Effizienz

Die Gründe, Energie zu sparen, liegen auf der Hand. Man kann die Energiekosten prozentual enorm senken, Energiesparen ist billig, es bedarf weder komplizierter Technologien noch irgendwelcher Opfer.

Warum machen wir es dann nicht alle? Energiesparen ist nicht schick, die Durchführung ist lästig, man sieht es nicht und es gibt immer interessantere Dinge zu tun.

Regeln Sie die Energieeffizienz in der Kirche, in der Gemeinde und in der Beförderung:

Erneuerbare Energiequellen

Die Energieerzeugung sollte soweit als möglich auf erneuerbare Energiequellen beruhen und sie sollte so weit als möglich auf lokaler Ebene und in kleinen Anlagen organisiert werden.

Informieren Sie sich über die europäische Energiepolitik und -erzeugung und setzen Sie sich mit Ihren politischen Vertretern über diese Belange auseinander.

Die Kirchen sind durchaus in der Lage, mit kleinen Anlagen, die erneuerbare Energiequellen nutzen, zu Energieerzeugern zu werden. Das trägt auch dazu bei, den Wert der Energie zu schätzen und vernünftig damit umzugehen. Nachhaltig erzeugte Energie ist zum Nutzen der Gemeinde.

Versuchen Sie, Energie selbst zu erzeugen, beispielsweise durch Sonnenenergie, kleine Wasserkraft- und Biomasseanlagen oder eine kleine Windturbine – wobei auch dabei die Natur geschützt und erhalten werden muss.

Globale Perspektiven

Energieversorgung auf Gemeindeebene heisst nicht, dass man blind ist für den Rest der Welt. Wir müssen uns immer darüber im Klaren sein, dass unsere tagtäglichen Aktivitäten die Gesamtheit des Lebens betreffen:

Wenn Sie die oben erwähnten Möglichkeiten genutzt haben, dann schaffen Sie einen Ausgleich für ihre Schadstoffemissionen, indem Sie ein Projekt für nachhaltige Energieerzeugung in einem der Länder des Südens finanziell unterstützen.

Wir, die Mitglieder des Europäischen Christlichen Umweltnetzwerkes, bitten Sie als unsere Kirchen, sich vor der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu im September 2007 in jedem dieser vier Bereiche zu engagieren.

Wir würden uns freuen, wenn Sie einen kurzen Bericht oder eine Presseerklärung über Ihre Tätigkeiten verfassen könnten:

Wir hoffen, dass Sie sich von diesem Aufruf ermutigt und unterstützt fühlen, wenn Sie Aktivitäten zu Veränderungen im Umgang mit Energie in Ihrer Kirchengemeinde durchführen.

Herr, gib uns Energie, unsere Ideen in Liebe und unsere Liebe in Taten zum Nutzen für andere und für das Wohlbefinden Deiner Schöpfung zu wandeln. Amen.

Informationen zum Thema Energie, Links zu kirchlichen Initiativen und Möglichkeiten der Teilnahme finden Sie auf diesen Web-Seiten.

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